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Schule in Eferding

Maturatreffen

Bei Kriegsende mussten fast alle Volksdeutsche aus den Ländern Ost- und Südosteuropas flüchten bzw. wurden von dort vertrieben. Die Situation für die heimatvertriebenen Studierenden war nach 1945 katastrophal. Als Heimatvertriebene waren sie „Ausländer“ und mussten daher an Mittel- und Fachschulen Studiengebühren entrichten. Meistens war aber eine Aufnahme gar nicht möglich.

Der in Betschkerek geborene Mittelschulprofessor Oberstudienrat Professor Johann Oberthür, selbst ein Heimatvertriebener, war ein ausgezeichneter Lehrer und überragender Organisator. Es gelang ihm, durch Ausdauer und Zähigkeit sowohl von den amerikanischen Besatzungsbehörden als auch von den österreichischen Schulbehörden die Genehmigung für die Gründung eines Gymnasiums und einer Lehrerbildungsanstalt in Eferding zu erlangen.

Bis zum Jahr 1949 legten insgesamt 446 Gymnasiasten und 205 Absolventen der Lehrerbildungsanstalt die Reifeprüfung ab. Sie hatte ihre Aufgabe, die heimatlosen volksdeutschen Gymnasiasten zur Matura zu führen, erfüllt.

Seit 1952 finden zur Erinnerung an die Eferdinger Schulzeit Maturatreffen in Eferding statt – zuerst in unregelmäßigen Abständen. Beim Maturatreffen 1978 wurde nach erfolgreichen Vorgesprächen zur Realisierung eines Denkmals für unseren verstorbenen Direktor Oberthür im Jahr 1980 ein Verein gegründet.

Der „Verein ehemaliger Schüler des Oberrealgymnasiums und der Lehrerbildungsanstalt für heimatlose Volksdeutsche in Eferding“ traf mit der Gemeinde Eferding eine Vereinbarung zur Errichtung eines Denkmals. Damit konnte der sehnlichste Wunsch der ehemaligen Schüler in die Tat umgesetzt werden.

Anlässlich des 5. Maturatreffens am 22.5.1983 wurde zum Gedenken an Oberstudienrat Professor Johann Oberthür eine Bronzebüste auf einem Steinsockel mit einer Inschrift im Pausenhof der Hauptschule Nord, Zugang von der Welserstraße, enthüllt.

 

Diese Büste ist seit damals Treffpunkt und Ort des feierlichen Abschlusses der mittlerweile jährlichen Maturatreffen, die meistens eine Woche nach Pfingsten stattfinden. Die Treffen beginnen Freitags ab 17 Uhr im Gasthaus Kreuzmayr in Eferding. Am Samstag wird ein gemeinsamer Ausflug zu markanten Sehenswürdigkeiten in und um Oberösterreich durchgeführt. Am Sonntag stehen ein Gottesdienst und eine Kranzniederlegung mit einer Gedenkansprache beim Denkmal von Professor Johann Oberthür auf dem Programm, ein Höhepunkt des Treffens.

Bei allen bisherigen Treffen, es waren bis 2006 immerhin schon 17, waren jeweils mindestens 50 ehemalige Schuler und dazu auch viele Familienangehörige anwesend. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass die ehemaligen Schüler aus allen Erdteilen den Weg nach Eferding finden. Es kommen regelmäßig Schüler aus den USA, Kanada, Brasilien, der Schweiz, Deutschland und natürlich aus ganz Osterreich.

Auch beim Treffen im Jahr 2006 waren wieder zwischen 35 und 40 Ehemalige – alle schon im fortgeschrittenen Alter und im wohlverdienten Ruhestand – in Eferding zusammen gekommen. Viele schone Erinnerungen wurden in herzlicher Freundschaft ausgetauscht und alle freuen sich schon auf das nächste Maturatreffen vom 1. – 3. Juni 2007 in Eferding.

Die Eferdinger Schule war eine einmalige Gemeinschaft von einem leidenschaftlichen, menschlichen Direktor, gebildeten und hoch motivierten Lehrkräaften und fleißigen und dankbaren Schülern. Die „Eferdinger“ sind bis heute eine feste, eherne Gemeinschaft.