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Kulturmedaille des Landes Oberösterreich für Ing. Sebastian Auer

Sebastian Auer in jungen Jahren

Würdige Ehrung für einen Pionier der Technik

Sebastian Auer, ein großartiger Erfinder, der als „Technik-Tüftler“ seiner Zeit weit voraus war, wurde anläßlich der Eröffnung der Dauerausstellung „Technik Oberösterreich“ im Schlossmuseum Linz am 17. Jänner 2010 die KULTURMEDAILLE des Landes Oberösterreich von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer verliehen. „Baschtl “, wie er im Freundeskreis gerufen wird, wurde am 22. Oktober 1922 in Karavukovo in der Batschka geboren. Er interessierte sich schon als Kind für die Technik und zeigte dabei neben tollen Ideen auch ein ausgeprägtes Gefühl für handwerkliche Fertigung. Dadurch war es ihm auch schon in seiner Jugend möglich, seine Phantasie in die Praxis umzusetzen. So baute er schon mit 16 Jahren ein eineinhalb Meter langes „Kriegsschiff“, welches er mit einem ebenfalls selbstgebastelten, mit Platzpatronen befüllbaren „Trommelrevolver“ bestückte. Mit Hilfe eines Zeitschalters wurden die „Schüsse“ abgefeuert.

1941 kam er zum Militär, 1945 zuerst in englische und anschließend in französische Gefangenschaft, aus der er im Oktober 1945 entlassen wurde. Sein Weg führte ihn zu seiner Familie nach Linz (Lager 66). In Linz war er in den ersten Jahren in verschiedenen Betrieben als Techniker, später dann viele Jahre als Betriebsingenieur tätig. 1973 wurde ihm das Recht zur Führung der Standesbezeichnung „Ingenieur“ verliehen.

 

Nachstehend einige Eckdaten aus seinem bewegten Erfinder-Leben:

  • 1965: Patenturkunde Nr. 238100 "Verfahren des kellergeschweißten Öllagertanks"                                                                                                   
  • 1973: Große Medaille in Gold" vom österr. Patentinhaber und Erfinderverband für die Vorrichtung zum Verstellen des Fahrhebels bei KFZ
  • 1974: Patenturkunde Nr. 316319 Die sensationelle Erfindung für den Autofahrer – „TEMPOMAT" und der… …Grand Prix de la Chambre Syndicale - die welthöchste Auszeichnung für eine Erfindung (Brüssel: Weltmesse der Erfindungen).
  • 1988: GUINNES BUCH DER REKORDE– Eintragung / URKUNDE- Bau der kleinsten funktionsfähigen Dampfdreschmaschine der Welt im Maßstab 1:10
  • 1993: Goldene Medaille - Welser Messe
  • 1997: Verleihung des "Silbernen Verdienstzeichens" der Republik Österreich
  • 1998: "Verband österreichischer Ingenieure" das "Silberne Ehrenzeichen“ Weitere Auszeichnungen: „Kulturnadel“ der Stadt Traun, Goldenes Verdienstzeichen der Landsmannschaft der Donauschwaben in OÖ . Im Laufe der Jahre wurde unser Vorstandskollege Baschtl überdies zu einem besessenen und leidenschaftlichen Sammler von alten Radios, Plattenspielern, TV- und Tonbandabspielgeräten, Phonomöbeln usw., was auch in Fachkreisen Aufmerksamkeit erweckte
  • 2002: "Technikgeschichte ist immer auch Kulturgeschichte!" Unter diesem Aspekt erwarb das OÖ. Landesmuseum mit Unterstützung des Institutes für Kulturforschung der Landesdirektion seine FONOSAMMLUNG. Trotz vieler Auszeichnungen und Ehrungen ist erst mit dem Erwerb der FONOSAMMLUNG (über 800 Einzelstücke) durch das Land Oberösterreich und die Einrichtung eines Radiomuseums im Linzer Schloss sein Lebensziel erreicht.

 

Anmerkung: Die Landesleitung unserer Landsmannschaft gratuliert ihrem langjährigen Funktionär und freut sich über diese öffentliche Ehrung, zumal während seines ganzen Berufslebens in der Praxis stets andere von seinen Erfindungen profitiert haben, denn seine Ideen waren selbst für die einschlägige Industrie vielfach der Zeit voraus – heute sind sie aber „Stand der Technik“. In der oben erwähnten Dauerausstellung im Schlossmuseum Linz ist - neben zahlreichen weiteren Exponaten von Auer - auch die erwähnte „Kleinste funktionstüchtige Dreschmaschine der Welt“ zu bewundern. Ein Besuch lohnt sich.

 

Bericht von Anton Ellmer